Medical Coaching | Burnout Teil
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Univ.-Prof. Dr. WOLFGANG LALOUSCHEK, MSc (Neurologe und systemischer Coach, Mediziner und Biologe; Geschäftsführer des Beratungsinstituts "Medical Coaching" und Med. Leiter des Gesundheitszentrums "theTree" in Wien) und THOMAS J. NAGY, MSc (Systemischer Coach, Unternehmensberater und Fachbuchautor; Schwerpunkte: Burnout-Prävention, Trauer-Gesprächsbegleitung und Autogenese; www.trauerweile.at; www.meisterklasse.at) berichten in ihrer Artikelreihe “MEDICAL COACHING – STRESS- UND BURNOUT-PRÄVENTION“, erschienen in der Fachzeitschrift ÄRZTEKRONE 2009, über ihre Erfahrungen im Bereich Burnout und geben Tips zur Burnout-Prävention.

 

Symptome und Warnsignale

Alarm! Symptome und Warnsignale von übermäßigem Stress und Burn-out

IN DEN LETZTEN JAHREN kann man fast von einer „Burn-out-Inflation“ sprechen. Dabei wird „Burn-out“ für verschiedenste Zustände von Erschöpfung, Unlust, Depression oder Frustration verwendet. Was sind die psychischen und physischen Auswirkungen von übermäßigem Stress und Burn-out? Wie kann Burn-out-Syndrom besser erkannt und gegenüber anderen Zuständen abgegrenzt werden?

 

DIE KERNSYMPTOME VON BURN-OUT

Seit der erstmaligen Verwendung von „Burn-out“ in den 70er Jahren werden drei Kernsymptome als maßgeblich erachtet:

  1. Emotionale und körperliche Erschöpfung: Die Betroffenen haben das Gefühl, ausgelaugt zu sein, können sich an nichts mehr freuen und fühlen sich auch körperlich erschöpft.
  2. Leistungseinbuße und Ineffizienz: Diese besteht sowohl objektiv als auch subjektiv, d.h. man hat auch das Gefühl, weniger leisten zu können. Dazu gesellen sich oft massive Selbstzweifel.
  3. Negative Einstellung gegenüber der Arbeit und vor allem gegenüber den Menschen, mit denen man als KundInnen, KlientInnen bzw. PatientInnen beruflich zu tun hat. Dies kann bis zu ausgeprägtem Zynismus gehen, z.B. wenn ein Arzt über die PatientInnen sagt: „Die wollen ohnehin nur alle krankgeschrieben werden.“

 

DIE VIELEN GESICHTER VON BURN-OUT

Burn-out geht in der klinischen Praxis weit über diese Kernsymptome hinaus und mit einer Vielzahl an körperlichen, psychischenund mentalen Symptomen, Erkrankungen und gravierenden Verhaltensänderungen einher. Die körperlichen Symptome sind vielgestaltig und betreffen in der Regel die persönlichen körperlichen „Achillesfersen“:

 

Übermäßiger Stress und Burn-out gehen auch mit einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit einher: Konzentrationsschwierigkeiten, Entscheidungsschwäche, fehlende Ziele, verminderte Belastbarkeit und auch den Verlust von Kreativität.

Mit zunehmender Dauer kommt es zu immer stärkeren seelischen Folgeerscheinungen. Anzeichen sind dauernde Nervosität, Unruhe und depressive Zustände. Diese treten häufig gepaart auf, was besonders unangenehm erlebt wird. Es kommt zu Verlust von Freude, fehlender Motivation und Antrieb, alles wird zur Mühsal. Dazu können Zustände von Gereiztheit und Aggressivität oder auch Angstzustände und Panikattacken kommen. Auch innere Leeregefühle oder das Gefühl, „neben sich zu stehen“, sind typische Begleiter des Burn-out.

 

Das Verhalten ändert sich: in den Anfangsphasen des Burn-out besteht häufig ein vermehrtes, fast schon zwanghaftes Engagement und Hyperaktivität. Mit Fortschreiten des Prozesses kommt es jedoch zu verminderter Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft sowie zunehmendem Rückzug – sowohl in der Arbeit als auch im Freundeskreis. Ersatzbefriedigungen treten vermehrt auf, die in Süchte münden können: Alkohol und Nikotin, aber auch Medikamentenmissbrauch (Schlafmittel, Aufputschmittel), übermäßiger Kaffeekonsum und Essanfälle. Die Betroffenen werden ihrer Umwelt gegenüber zunehmend gleichgültig, auch enge Freundschaften und die Familie werden vernachlässigt, und das Leben verflacht zusehends. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist professionelle Hilfe dringend nötig. Auch das Gefühl, gar nicht mehr man selbst zu sein, gewissermaßen „neben sich zu stehen“ und der Eindruck einer inneren Leere machen sich breit. In den spätesten Stadien besteht eine schwere Depression bis hin zur Selbstmordgefährdung – eine stationäre Behandlung ist meist unumgänglich.

 

BUNROUT RECHTZEITIG ERKENNEN – DIE WARNSIGNALE

 

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ÄRZTE KRONE 20/09

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